Waldorfseminar Hamburg
Telefon: 040 / 88 88 86 – 10, E-Mail:

Auftakt zu neuer Fortbildungsreihe

Eine Übersicht über die drei Bereiche Sprechen, Spielen, Inszenieren erhielten die Teilnehmer des Basiseminars vom 26. bis 29. April. Neben Stimmbildung und Sprechkompetenz gab es deshalb Workshops zu schauspielerischer Grundlagenarbeit und Einblicke in szenisches Inszenieren.

17.00 Uhr am Donnerstag. Vorstellungsrunde im großen Seminarraum der Hufnerstraße 18. Noch etwas zaghaft tauschen sich die Teilnehmer über ihre Erwartungen aus. Gemeinsam stimmen Workshopleiter Claudine Gauthier, Christoph Bai und Roswitha Meyer-Wahl die Gruppe auf die kommenden drei Tage ein. Schon nach der ersten Aufwärmrunde weicht die Zurückhaltung einer heiter, lockeren Atmosphäre. „Dass wir gleich von Anfang an in die Aktion kommen konnten, hat mir großen Spaß gemacht,“ sagt eine Teilnehmerin.

Der nächste Tag beginnt mit einem Workshop zur Sprachgestaltung. Mit Sprech- und Körperübungen sensibilisiert Roswitha Meyer-Wahl die Teilnehmer dafür, wie essentiell Sprache in der pädagogischen Arbeit ist. Die Gruppe, ein bunte Mischung aus tätigen Waldorf- und Regelschullehrern, aus Seminaristen und Eltern, reflektiert den Umgang mit der eigenen Stimme und übt sich im bewussten Einsatz.

Aus einer ungewöhnlichen Perspektive beleuchtet Matthais Jeuken, Professor an der Freien Hochschule Stuttgart, in seinem Vortrag „Zur Bedeutung der Performativität für die Selbstentwicklung und in der Pädagogik“ das Thema am Abend. Durch den Vortrag habe er begriffen, wie wichtig Rudolf Steiner Sprache als schöpferisches Prinzip war, betont ein Teilnehmer.„Die Sprachgestaltung war der Kracher für mich“, resümiert eine Teilnehmerin, die nach dem Besuch des Offenen Studientags, das Basisseminar für einen ersten Einblick in die waldorfpädagogische Arbeit nutzt.

Mit behutsamen Übungen gelingt es auch Claudine Gaulthier in den Schauspiel-Workshops, die Gruppe ins Spielen zu bringen. „Alle Übungen haben sich gut ergänzt, da war ein roter Faden zu erkennen. Und auch da wo ich mich normalerweise schäme, etwas zu machen, hatte ich nie dieses Gefühl“, freut sich eine Teilnehmerin. Beim kreativen Schreiben geht es dann um den Einstieg ins Inszenieren. „Mein Herz ist wie ein Supermarkt…“, „Und dann wünsche ich mir, ich wäre Dir nie begegnet, denn…“ – Christoph Bai hat eine Liste mit Satzanfängen vorbereitet, die es biografisch fortzusetzen gilt. Erstaunlich, wie schnell die einzelnen Geschichten unter seiner Führung zu einer Gesamtkomposition verschmelzen und erste Szenen entstehen. Gespannt verfolgt die Gruppe am Abend dann die Vorführung des Eurythmie-Schauspiels „Hunter Tompson Musik“ nach einer Erzählung von Judith Herrmann.

Sonntag 12.00 Uhr Eine letzte Herausforderung haben die Teilnehmer gemeinsam bewältigt: Die Inszenierung eines Textes in Eigenregie. „Man hat richtig gemerkt, wie die Gruppe zusammengewachsen ist“, sagt eine Seminaristin. „Dass ich auch über eigene Grenzen gegangen bin, war total spannend für mich“. Am Ende der intensiven Probenphase, in der alle Beteiligten Ideen entwickelt und wieder verworfen haben, in der es zeitweise auch stockte, sitzen Claudine Gauthier, Christoph Bai und Roswitha Meyer-Wahl wieder im großen Seminarraum und schauen der Aufführung zu. Christoph Bai ist beeindruckt. „Super, wie Ihr Euch durchgearbeitet habt. Auch mit Schülern ist es ganz wichtig, solche Täler anzunehmen und wertzuschätzen. Das stärkt dann auch die Persönlichkeit des Klassenorganismus.“

Die Bilanz am Ende: Vor allem die Abwechslung durch die Verbindung der zahlreichen Praxiseinheiten mit den Möglichkeiten zu reflektieren, habe ihr gut gefallen, sagt eine Grundschullehrerin. „Ich habe viel wiedergefunden und gleichzeitig viel Neues entdeckt.“