Waldorfseminar Hamburg
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Glückwünsche zum Geburtstag – Jubiläum und Einweihung

Dreifachen Grund zum Feiern gab es für das Seminar in der vergangenen Woche: 30 Jahre Lehrer- und 20 Jahre Erzieher-Bildung in Hamburg, sowie die Einweihung des modernisierten Gebäudekomplexes in der Hufnerstraße 20. Gemeinsam mit Freunden, Wegbegleitern und vielen Ehemaligen wurde das Jubiläum unter dem Motto „Zukünftiges im Jetzt“ gefeiert.

Zum Auftakt des zweitägigen Festprogramms waren am 28. Februar über 60 „alte Hasen“ der Einladung des Seminars gefolgt und nutzten den Nachmittag zum regen Austausch mit ihren ehemaligen Dozenten und Kommilitonen. Im Anschluss weihte Tobias Richter, der das Hamburger Seminar entscheidend mitprägte, mit einem Festvortrag zu „Gestaltungsmotiven einer Erziehungskunst“ die neuen Räume in der Hufnerstraße 20 ein.

Um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ging es dann am zweiten Jubiläumstag. Augenzwinkernd, mit Humor und kleinen Anekdoten tauchten die Dozenten Thomas Frank und Tom Singer-Carpenter in die Anfänge ein. Im Rückblick spannend: Zukünftiges aus ersten Jahren wirkt bis in die Gegenwart. Der Student Eckart Loewe etwa, der für seinen chinesischen Mitstudenten Zeng Bai Liang den gesamten Unterricht dolmetschte. Zeng Bai Liang war Leiter einer Malschule für Blinde in China, einem Land, in dem Bildung für Blinde nicht üblich war. Nachdem Studenten sich über das ständige Geflüster auf chinesisch beschwert hatten, übersetzte Loewe dann simultan per Computer. „Damals konnten wir nicht ahnen, auf welche Weise wir heute mit China verbunden sind. Wir haben eine Kooperation mit Taiwan. Und es war damals eigentlich auch der erste Versuch, sich mit Inklusion zu beschäftigen. Auch ein Thema der Gegenwart“, so Thomas Frank.

Anne-Katrin Hantel und Jürgen Lohmann räsonierten über die Frage, wo und wann Gegenwart beginnt oder endet. Mit einer Geschichte wie aus 1001 Nacht veranschaulichte Anne-Katrin Hantel, Leiterin des Erzieherseminars, dabei die zeitlose Bedeutung des kindlichen Spiels für eine wesensgemäße Entwicklung. Den großen Bogen spannte Oliver Langscheid, Geschäftsführer der Vereinigung der Waldorfkindergärten, in seinem Grußwort. „Für mich ist das Hamburger Seminar ein Beispiel dafür, wie sich Erzieher- und Lehrer-Bildung gemeinschaftlich entwickeln und ergänzen können. Wir haben damit in Hamburg einen Bildungsgang von 0-18. Das ist eine einzigartig.“

Zur Einweihung der neuen Räume überbrachte Prof. Dr. Walter Hutter Glückwünsche der Freien Hochschule Stuttgart. Bauhaus oder Hausbau? – nicht nur in Stuttgart sei vor 100 Jahren mit der Gründung der ersten Waldorfschule Tatkraft am Werk gewesen, auch in Dessau habe Walter Gropius mit dem Bauhaus Zeichen gesetzt. Die Freude am Gedankenspiel war dem Professor für Mathematik und Physik anzumerken. „Es wäre reizvoll, die Verbindung zum aktuellen Hausbau in der Hufnerstraße herzustellen.“

Den Blick nach vorn richteten dann Gunter Keller und Maud Beckers. Wie sich Lehrererbildung weiterentwickeln kann, um angehende Pädagogen heute auf ihre Aufgabe von morgen vorzubereiten, sei dabei ein wichtiges Leitmotiv, betonte Gunter Keller. Zukünftiges im Jetzt erlebe sie überall am Seminar, sagte Claudia Leuze vom Ausbildungsrat des Bundes der Freien Waldorfschulen. Bei der Frage der Vereinbarkeit von Weiterbildung, Beruf und Familie etwa. „Mit Hamburg an der Weiterentwicklung der berufsbegleitenden Kurse zusammenzuarbeiten, war gut.“ Zukunftsweisend sei auch die Art und Weise, in der inklusive Waldorfpädagogik seit dem Studienjahr 18/19 vermittelt werde. „Hier werden nicht nur Lehrer ausgebildet, die noch etwas Inklusion erhalten. Inklusive Waldorfpädagogik ist hier fester Bestandteil der Aus- und Weiterbildung.“

Das gesamte Kollegium bedankt sich bei allen Gästen für die vielen Glückwünsche!