Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Seminarbetrieb

Waldorfseminar Hamburg
Telefon: 040 / 88 88 86 – 10, E-Mail: mail@waldorfseminar.de

Theaterspiel mit überraschender Aktualität

Rechtzeitig vor der Coronasperre konnte das Seminar sein diesjähriges Theaterstück „Der blaue Vogel“ – Märchenspiel in 12 Bildern, von Maurice Mateterlinck aufführen. Der gesamte Studienkurs im ersten Studienjahr arbeitete an diesem dreiwöchigen Projekt, das zum Inhalt „Eine phantastische Suche nach dem Glück des Augenblicks“ hat, so der von den Studierenden verfasst Untertitel.

Eine imaginative Reise zweier Kinder auf der Suche nach dem blauen Vogel. Es offenbaren sich Ihnen mit Hilfe eines Diamanten die Wesen der Kreaturen und Dinge, zudem werden sie allerhand Gefahren und Enttäuschungen ausgesetzt, ihnen werden aber auch überraschende Einblicke in das Reich der Vergangenheit und der Zukunft ermöglicht. Am Ende der Reise ist der Blick auf die Welt ein anderer. Achtsamkeit und Dankbarkeit den geschaffenen Dingen, den Menschen und Tieren gegenüber hat sich eingestellt, da sie den Tiefendimensionen des Seins begegnet sind.

Der Kurs stand vor der Herausforderung das Wesenhafte unterschiedlichster Bäume, Tiere, ja von Zucker, Brot, Glück, ungeborenen Kindern, der Nacht, dem Licht und vieles andere mehr darzustellen. Sie meisterten diese Aufgabe mit Hingabe, großer Selbständigkeit, wie gegenseitiger Inspiration und Hilfe im Finden des charakteristischen Ausdrucks. Bei den eingekürzten 70 Spielseiten mit ca. 60 Rollen, gab es fast ausschließlich Gruppenszenen, die viel Geduld erforderten; Bühnenbild, Musik, Technik, Beleuchtung, Kostüme, Maske mussten zudem versorgt werden. Der gigantische Einsatz wurde gekrönt bei allen 3 Aufführungen mit spielerischem Märchenzauber.

Im Rückblick überrascht, wie geradezu programmatisch das Motiv des Stückes für die Gegenwart ist. Die Waldorfschulbewegung nach den Hundertjahrfeierlichkeiten und die in eine Pandemie geworfene Menschheit sind aufgerufen, die Suche nach `dem blauen Vogel` auf sich zu nehmen, um die nächsten 100 Jahre vertiefend gestalten zu können. Auf dass sich der Sinn ändert und die Verhältnisse auf Erden.