Waldorfpädagogik weltweit

China wächst - auch im Bereich der Waldorfpädagogik

Über die Kontinente hinaus

Von Kollegen aus Shanghai erhielten wir kürzlich die Anfrage, ob wir uns mit unserem Kooperationspartner in Taiwan im Bereich der Lehrerausbildung am Aufbau der dortigen Waldorfschule beteiligen möchten.

Bereits im November 2015 hatten wir Besuch im Seminar für Waldorfpädagogik: Prof. Hweipang Chang war unser Gast. Er ist Präsident der pädagogischen Universität von Hinschu in Taiwan. Gemeinsam mit ihm und dem Leiter des Center of Waldorfeducation Prof. Hornfay Cherng möchten wir die Zusammenarbeit mit unseren taiwanesischen Kollegen im Bereich der Lehrerbildung stärken.„Die Waldorfpädagogik ist für uns so wichtig, da sie die moderne Welt des Westens mit unserer chinesischen Kultur zu verbinden versucht“, so Cherng.

Seit fast zehn Jahren besteht eine Zusammenarbeit zwischen Taiwan und Deutschland, die zum Aufbau des Center of Waldorfeducation in Taiwan geführt hat. Derzeit bietet es zwei dreijährige berufsbegleitende Kurse zum Klassenlehrer mit jeweils ca. 35 Studierenden an. Hinzu kommen andere Fort- und Weiterbildungsangebote im Bereich der Kleinkind- und Heilpädagogik. Zudem veranstaltet das Center regelmäßig Vorlesungen und Seminare zur Waldorfpädagogik für die regulären Studiengänge der Hochschule. Unser neue Kollege (seit Sommer 2015), Gunter Keller, der mit an dem Aufbau des Center for Waldorfeducation beteiligt ist, betont in diesem Zusammenhang: „Es ist immer wieder eine spannende Aufgabe, die Waldorfpädagogik in einem anderen kulturellen Kontext zu entwickeln.“

Klimawandel, Finanzkrise, Menschenrechte, Inklusion und Frieden sind Themen, die zu unseren großen globalen Herausforderungen gehören. Und für die wir eine Lösung brauchen. Mit der stärkeren Kooperation der beiden Bildungseinrichtungen und einer eventuell beginnenden Arbeit in China wollen wir ein Bewusstsein schaffen, dass die Waldorfpädagogik Fähigkeiten für mögliche Lösungsansätze bilden kann.
Die Kurse in Taiwan dauern drei Jahre. Im Februar 2016 hat der vierte Jahrgang seine Studienzeit erfolgreich abgeschlossen. Die Kurse ähneln im Aufbau und den Inhalten denen in Deutschland. Sie umfassen ein Volumen von ca. 110 Vollzeit Studientagen. Die Studiengebiete beinhalten Grundlagen der Waldorfpädagogik, Methodik und Didaktik der Unterrichtsfächer, Kunst, Praktikum und gesellschaftliche Themen.

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